Berichte und Bildergalerien zu verschiedenen Veranstaltungen des RC Görlitz


Amtswechsel 2011/12


Zum turnusmäßigen Amtswechsel trafen sich am 2. Juli 2011 die Mitglieder des RC Görlitz mit Ihren Partnern im Clublokal, dem Mercure Hotel Görlitz. Eingeladen waren  auch unsere Austauschschüler Patricia Jackson aus Alaska und  Hugo Guerrero-Oliva aus Mexiko mit seiner Gastfamilie.  
Nach der Begrüßung durch den noch amtierenden Präsidenten Freund Carsten Stubbe wurde Freund Thomas Stepputat verabschiedet. Aus beruflichen Gründen ist er jetzt Vorstand bei den Stadtwerken in Schweinfurt und wird in den dortigen Rotary Club  wechseln. Per Handy ging ein Geburtstagsgruß an unsere Freundin Martina Weber, die an diesem Tag Ihren runden Geburtstag feierte und daher am Amtswechsel nicht teilnehmen konnte.

Bevor der neue Präsident Freund Roland Klar die Amtswürde erhielt, präsentierte Freund Stubbe eine positive Bilanz zum vergangenen Rotarischen Jahr 2010/11. Er berichtete über das Clubleben und bedankte sich bei seinen aktiven Mitstreitern.
Freund Klar, mit der Amtskette  zum Präsidenten gekürt, erinnerte in seiner Antrittsrede an das bevorstehende 20. jährige Jubiläum der Wiedergründung unseres Clubs, das im  Mai 2012 gefeiert wird.  Da sich die Redner erfreulicherweise  kurzfassten, konnte zügig das Grill-Buffet eröffnet werden. Bei Swing-Musik und guten Gesprächen endete zum späten Abend der Präsidentenwechsel.

Wolfram Lorenz
5.07.2011

 

 

 

Amtswechsel 2009
Schloß Krobnitz 

Der Ort für den diesjährigen Präsidentenwechsel war sehr gut gewählt, das Schloss Krobnitz bei Reichenbach. Als der preußische Kriegsminister Albrecht Theodor Emil Graf von Roon 1873 das Schloss als Altersruhesitz erwarb, ließ er die Fassade nach dem Vorbild des preußischen Kriegsministeriums umgestalten und schuf einen beeindruckenden Bau. Bis 1945 im Besitz der Familie von Roon, verfiel das Anwesen zunehmend  nach wechselvoller Geschichte. Ab 2002 hatte die Stadt Reichenbach den Mut zur Restaurierung und heute erstrahlt das Gebäude in neuem Glanz. Es dient als Sitz des Schlesisch-Oberlausitzer-Museumsverbundes und als Veranstaltungsort verschiedener Art, zudem besitzt es ein sehr schönes Hochzeitszimmer. Inmitten eines gepflegten Parkes gelegen ist es eine Perle in der Oberlausitz, deren Besuch sich auf jeden Fall lohnt. In diesem besonderen Ambiente, im unteren Raum des Schlosses, begrüßte  Präsident Freund Ammer die rotarischen Freunde und deren Begleitung. Das Peschel-Duo empfing uns musikalisch. Sehr zu Recht erhielt der Bürgermeister von Reichenbach, Herr Andreas Boer als erster das Wort  und schilderte kurz, wie das Schloss ab 2002 in den heutigen Zustand versetzt wurde. Der reiche Beifall der Freunde war ein beredtes  Zeichen der Anerkennung für diese Leistung. Danach begrüßte der Leiter des Museumsverbundes Dr. Steffen Menzel die große Gruppe sehr herzlich und führte sie durch die relativ kleinen Räume des Hauses.  Er beschrieb die Geschichte des Schlosses und stellte das Leben des Grafen von Roon in die geschichtlichen Zusammenhänge seiner Zeit. Seine profunden Kenntnisse und sein rhetorisches Geschick fesselten und überzeugten fast alle seine Zuhörer.

Beim Verweilen auf der Terrasse des Schlosses wurde der begonnene rege Gedankenaustausch gern fortgesetzt. Mit musikalischen Impressionen genossen wir außerdem auch den Blick in die schöne Oberlausitzer Landschaft.

Freund Ammer wusste, weshalb er uns recht bald drängte, zum offiziellen Teil des Abends in die „Schmiede“ zu gehen. Das Ehepaar Ammer hatte keine Mühe gescheut, dieses Treffen auf das Beste vorzubereiten. Tischkarten mit einem Spruch fürs Leben der Freunde und das rotarische Trinkglas für scharfe Sachen nahmen wir gern als kleine Erinnerungsgeschenke mit. 

Freund Ammer fiel es sichtlich schwer seine Präsidententätigkeit schon zu beenden. Er schilderte äußerst  ausführlich seine und die Arbeit des Vorstandes im abgelaufenen rotarischen Jahr. Dabei konnte er auf eine Vielzahl von Aktivitäten in den verschiedensten Bereichen verweisen, die erfolgreich bewältigt wurden. Dafür dankte er dem Vorstand und einzelnen Freundinnen und Freunden für deren Engagement und wünschte dem neuen Vortand viel Erfolg bei der Arbeit im rotarischen Jahr 2009/10.

Trotz mancher Projekte, die er gern weiterführen möchte, übergab er dennoch die Amtskette mit vielen guten Wünschen an seinen Nachfolger Freund Gerd Kolley. Reicher Beifall dankte dem scheidenden Präsidenten und begrüßte den neuen. Mit kurzen prägnanten Worten übernahm Freund Kolley sein Amt und beließ es bei der Androhung eines 28seitigen Referates. Statt dessen sprach er die eindeutigen, lange erwarteten  Worte: „Ich habe Hunger, das Büfett ist eröffnet“.   Aus einem reichhaltigen Angebot an Speisen nach Hausmannsart, die ein Reichenbacher Party-Sevice lieferte, wählte jeder Gast aus, was ihm gefiel.Leider war das Angebot – wie so oft – zu reichlich. Die bereit gestellten Getränke lockerten die Zunge und an allen Tischen klang bei angeregter Unterhaltung der gut vorbereitete Abend aus. Insbesondere wegen des reizvollen Ambientes wird uns der Präsidentenwechsel 2009 in guter Erinnerung bleiben.

Karl-Heinz Winkler, Sekretär

 

 

Tagesausflug nach Breslau
25.10.2008

In altbewährter Weise wurde der Tagsausflug nach Breslau und Jauer von unserem Freund Bednarek organisiert , der mit großer Sachkunde während der Reise über viele historische Ereignisse informierte.
Bei schönem Herbstsonnenschein besuchten die Ausflügler zunächst die Friedenskirche in Jauer, fuhren anschließend nach Schweidnitz und verlebten den Nachmittag in Breslau. Auch Freunde vom RC Weißwasser,  RC Dreiländereck und RC Cottbus waren mit von der Partie und erlebten einen interessanten Tag.

Auch für nächstes Jahr hat Freund Bednarek schon etwas geplant – da wird die Reise in die Region Südböhmen / Südmähren gehen.

Präsidentenwechsel und Ämterübergabe 2008
Diakonissenanstalt Emmaus Niesky

Noch gar nicht im Amt, setzt unser neuer Präsident, Freund Ammer, deutliche
Zeichen: Diesmal ist der Präsidentenwechsel keine feudale Angelegenheit. „Zurück
zu den Wurzeln!“ scheint das Motto für diese Veranstaltung zu sein. Es kommt in
der Wahl des Tagungslokals, einer spröden Charme versprühenden Klinik-Cafeteria
in der Diakonissenanstalt Emmaus in Niesky, deutlich zum Ausdruck.
Der Hausherr, Pfarrer Johannes Welschen, empfängt die Rotarier in der Kapelle mit
einer Einführung in die 125-jährige Geschichte seines Hauses und einer
theologischen Deutung des Weges nach Emmaus, den die schön gestalteten
Glasfenster bildhaft beschreiben.
Dann gibt es ein Glas Sekt und die obligaten Abschieds- und Antrittsreden des
scheidenden und des neuen Präsidenten, begleitet von musikalischen Beiträgen
eines Kammermusik-Trios der Görlitzer Musikschule. mehr

Amtsübergabe 2007 Schloß Wackerbarth


„Menschengeschlechter ziehen vorüber wie die Schatten vor der Sonne.“

So steht es in goldenen Lettern an der Terrassenwand des Belvedere, hoch über Schloss Wackerbarth. Wahrlich ein tiefsinniges Motto für einen rotarischen Präsidentenwechsel!

Ob sich die 50 Görlitzer Rotarier, die auf eben dieser Terrasse ihren Begrüßungsumtrunk genossen, dieser Symbolik bewusst waren? Wohl eher nicht. Im „Reich der Sinne“ – und als solches versteht sich der Stammsitz des Sächsischen Staatsweinguts – wird die Vergänglichkeit eher ausgeblendet. Entspannte Heiterkeit und unbeschwerte Freude ist hier viel angemessener.

Genau diese Gemütslage strahlten die Festgäste aus, als sie mehr

Isergebirgswanderung 02.03. - 04.03.2007


„V Nebi“ ist tschechisch und heißt auf deutsch: „im Himmel“. Der Name des Hotels im böhmischen Josephsthal, das die Organisatoren des rotarischen Winter-Wander-Wochenendes als Quartier ausgesucht hatten, wirkte wie ein Romantik verheißendes Versprechen, das eine stattliche Zahl Görlitzer Rotarier nicht verpassen wollte. Entsprechend erwartungsvoll machten sie sich mit ihren Partnern und Kindern am Freitag Nachmittag auf den Weg, um – oh Schreck – bei der Ankunft von eisigem Wind und peitschendem Regen empfangen zu werden.       mehr

Frauenpower in Görlitz


Martina Weber - Ines Pröhl

„Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass sich ein rotarischer Männerclub für Frauen öffnet.“

Dieser resignative Seufzer ist Past Governor Fritz am Ende seiner Amtszeit entschlüpft. Hätte er nur noch ein wenig gewartet! Im fernsten Osten der Republik ist nämlich jetzt das schier Unmögliche gelungen: Am 17. Januar 2007 wurden vom RC Görlitz, einem der ältesten Rotary Clubs Deutschlands, mit Ines Pröhl und Martina Weber die ersten weiblichen Mitglieder aufgenommen. Damit ging die lange Ära des uneingeschränkten Patriarchats in dem bereits 1930 gegründeten Görlitzer Club zu Ende – und das ohne jegliches Blutvergießen.

Vergessen waren die vergangenen Appelle zur Erhaltung der bewährten Männerrunde und die Warnungen vor den ansonsten drohenden hormonellen Turbulenzen. Als Präsident Fleischer die beiden neuen „Freundinnen“ offiziell in den Kreis der Görlitzer Rotarier aufnahm, herrschte unter den ungewöhnlich zahlreich erschienenen „Freunden“ nichts als eitel Freude. Kein Zweifel – dem RC Görlitz wird die neu gewonnene Frauenpower in seiner weiteren Entwicklung gut tun.

„Look East“ sei hiermit den Traditionalisten im Rest der Republik zugerufen.

22.01.07
Rainer Müller (Sekretär)

Rotarisches Segeln Ibiza 30.09-7.10.2006


Törnbericht 

Seit mehreren Jahren schon findet in der ersten Oktoberwoche unser Rotarisches Segeln statt. Verantwortlich für die Organisation ist unser Freund Hermann Schmitz, der in bewährter Weise wie immer die Schiffe chartert, die Schiffsbesatzung zusammenstellt und was nicht ganz unwichtig ist, den Proviant bestellt. In diesem Jahr waren wir mit 2 Booten im Segelrevier IBIZA unterwegs. Die Anreise am Sonnabend erfolgte per Flug von Leipzig über Palma de Mallorca nach Alicante. Von dort Transfer zur katalanischen Hafenstadt Denia, wo unser Vercharterer seine Boote im Hafen liegen hatte. Nach der Schiffs- und Proviantübergabe wurde der Hafen und die Marina inspiziert. Alles sehr gepflegt und sauber. Zum Abend trafen sich beide Crews in einem netten Restaurant zum Essen. Am nächsten Morgen Start in Richtung Ibiza und Formentera.
Für eine Woche waren wir nun auf einem 12 m langen Boot Tag und Nacht aufeinander angewiesen. Mittags ankerten wir in einer Badebucht, zum Abend waren wir in einer Hafenstadt und suchten uns ein Restaurant zum Essen. War in den ersten Tagen nicht allzuviel Wind, so nahm er später bis zu Windstärke 6-7 zu. Meterhohe Wellen verlangten von der Segelcrew  alles ab.  Von der Insel Formentera, die wir zusätzlich noch mit einem Mietauto erkundeten, segelten wir wieder nach Denia in unseren Heimathafen zurück. Eine wunderschöne Woche bei herrlichem Sonnenschein und idealen Segelbedingungen ging viel zu schnell vorbei und ein jeder freut sich nun schon wieder auf den nächsten Segeltörn.

 

Riesengebirgswanderung 22.9.-24.09.2006


Görlitzer Altstadtfest 2006


Besichtigung Stift Joachimstein


Seit Wochen schon kündigen unsere Protokolle für den 19. Juli ein Auswärtsmeeting mit Damen auf Schloss Joachimstein in Radmeritz, jetzt Radomierzyce, an.

Nun ist der 19. Juli da, der bis dato heißeste Tag des Jahres. Als der Protokollant über den dampfenden Asphalt der Neißebrücke auf den völlig verwaisten Grenzübergang Hagenwerder / Radomierzyce zurollt, kommen ihm Zweifel über die Weisheit dieser Programmgestaltung. Am Vortag erst war das Auto einer Görlitzer Familie im benachbarten Zgorzelec samt Opa von dreisten Straßenräubern entführt worden, worüber die heutige SZ ausführlich berichtet. Vergnügungsfahrten nach Polen werden durch solche Begebenheiten sicher nicht angeregt.

Offenbar ficht dies aber die Görlitzer Tanktouristen nicht an. An den Zapfsäulen der beiden Großtankstellen in Radomierzyce sieht man jedenfalls ausschließlich Fahrzeuge mit GR- oder NOL-Kennzeichen. Keiner der befragten Fahrzeuglenker hat je davon gehört, dass der kleine Ort ein großes Schloss beherbergt. Die junge polnische Kassiererin dagegen schon. Sie verwirrt den Protokollanten sogar mit einer detaillierten Wegbeschreibung – auf fließend polnisch.

Dann kommt die freudige Überraschung: Vor dem Barockschlosses Joachimstein hat sich bereits eine stattliche Gruppe Görlitzer Rotarier, samt Damen und Gästen eingefunden. Sie werden begrüßt von Präsident Fleischer und Freund Nitzsche, der seine Beziehungen hatte spielen lassen, um uns die Besichtigung des ansonsten unzugänglichen Schlosses zu ermöglichen. Der personifizierte Schlüssel hierzu ist der Bürgermeister von Zawidow, Herr Sontowski, der sich durch seine sympathische, zupackende Art in der Region einen Ruf wie Donnerhall erworben hat.

Bis zum Krieg war Joachimstein bekannt als das schönste Lausitzer Barockschloss. Es wurde im Auftrag des Joachim Siegismund von Ziegler und Klipphausen, einem Kammerherrn Augusts des Starken, in den Jahren 1713 bis 1722 erbaut. Der prachtvolle Bau trägt die Handschrift der bedeutendsten sächsischen Architekten, Baumeister und Bildhauer ihrer Zeit, darunter so klangvolle Namen wie Johann Friedrich Karcher, Matthäus Daniel Pöppelmann und Johann George Baehr.

Der unverheiratete und kinderlose Schlossherr von Ziegler überschrieb sein gesamtes Vermögen schon zu Lebzeiten einer wohltätigen Stiftung, die verarmten adligen Damen zugute kommen sollte. Der Stifterbrief von 1722 bestimmt unter anderem, dass „12 unverheiratete adlige und der evangelisch-lutherischen Religion zugetane Fräulein und eine Hofmeisterin in das von mir neu erbaute Stiftshaus zu Radmeritz aufgenommen und wohl verpflegt werden sollen.“ Damit war der Grund gelegt für eine bemerkenswerte Institution, die mehr als 200 Jahre funktionierte: Das „freie, evangelische, weltadlige Fräuleinstift Joachimstein“.

Mit dem Ende des 2. Weltkriegs galten verarmte adlige Damen in dieser Weltgegend natürlich nicht mehr als schützenswert. Das unzerstörte Schloss wurde zunächst von der sowjetischen Armee, dann vom polnischen Grenzschutz und schließlich von einem volkseigenen Landwirtschaftsbetrieb genutzt – und das im ursprünglichen Sinn des Wortes „Volkseigentum“. Die Informationstafel im Park spricht unverblümt von dem „allmählich zerstörten und weggestohlenen Palast“. Steinelemente, Skulpturen, Treppen, Portale und Balustraden von Schloss Joachimstein dienten zum Beispiel zur Ausschmückung eines adligen Fräulein nicht zugänglichen Freizeitobjekts am Stausee von Bogatynia.

Kaum zu glauben, dass sich im Jahre 1999 ein wohl sehr neureicher polnischer Unternehmer fand, der die marode Schlossanlage erwarb und mit großem persönlichen und finanziellen Einsatz Wiederaufbau und Sanierung in Angriff nahm. Aus dem ehemaligen Fräuleinstift sollte nach seiner Vorstellung ein exclusives Kongress- und Hotelzentrum werden.

Bis zum vorzeitigen Ableben des neuen Schlossherren, Marek Glowacki, im Jahre 2004 wurden rund 7 Millionen Euro verbaut. Mit neuem Dach und frischer Fassade, ergänzt um wieder aufgebaute Pavillons und Hofgebäude, vermittelt das Ensemble wieder einen guten Eindruck seiner ehemaligen Pracht. Doch ein Blick hinter die Kulisse, wie er uns im Rahmen einer Begehung des Hauptgebäudes ausnahmsweise ermöglicht wurde, zeigt, dass der Innenausbau über die Bestandssicherung noch nicht hinausgekommen ist. Um das Projekt fertig zu stellen werden noch einmal rund 7 Millionen Euro benötigt – wenn das denn reicht.

Die neue Schlossherrin, Maria Dobrowolny-Glowacka, sieht ihr Erbe wohl mehr als Last denn als Lust. Weitere Investitionen von ihrer Seite sind demnach nicht zu erwarten, was man als Außenstehender bei nüchterner Betrachtung der wirtschaftlichen Realitäten gut verstehen kann. So wird wohl Schloss Joachimstein noch eine Weile auf einen Weißen Ritter warten müssen, der es mit viel Geld und einer kühnen Zukunftsvision aus seinem Dornröschenschlaf erlöst.

In der abschließenden Diskussion mit Herrn Sontowski schien es fast, als ob Freund Knippscheer Gefallen an der Rolle als Weißer Ritter gefunden hätte. Seine gezielten Fragen bekundeten jedenfalls mehr als idealistisches Interesse an einem besonders schönen Kulturmonument.

Zum Ausklang fanden sich alle Freunde und Gäste noch im Restaurant Briesiade zum gemeinsamen Abendessen zusammen. Unser Clubmeister, Freund Schwind, hatte das für gutes, preiswertes Essen in gemütlicher Atmosphäre bekannte Ausflugslokal auf halbem Weg nach Görlitz ausfindig gemacht. Sein Speisenarrangement zeichnete sich durch fürsorgliche Beschränkung aus, was dankenswerterweise die bei Hitze besonders bedrohlichen Folgen unmäßiger Völlerei schon im Ansatz unterband.

Nach den dem Protokollanten vorliegenden Informationen erreichten alle rotarischen Freunde samt Begleitung gegen 22 Uhr ihren jeweiligen Heimathafen – wohlbehalten an Leib, Seele und Auto.

Den Freunden Schwind und Nitzsche sei herzlich gedankt für die Vorbereitung dieser gelungenen Exkursion zu unseren Nachbarn jenseits der Neiße

Gez. Rainer Müller

(Sekretär)

Amtsübergabe Schloß Rammenau 1.6.2006


Dieses Mal haben die präsidialen Ermahnungen gefruchtet. Fast alle Freunde, die noch irgendwie kreuchen konnten, - selbst die in Sibirien und Kronach Ansässigen - folgten der Einladung zur Amtsübergabe ins Barockschloss Rammenau. Die Wenigen, die aus gutem Grund nicht dabeisein konnten, sind zu bedauern, denn sie verpassten ein wunderschönes sommerliches Fest der Sinne.
Es begann bei strahlendem Sonnenschein mit einem Willkommenstrunk vor der Freitreppe des bekanntlich schönsten barocken Landschlosses Sachsens, stilvoll serviert von barock gewandeten Bediensteten. Beim anschließenden Rundgang durch das Schloss erwies sich die Abwesenheit des Hausherrn, Professor Milbradt, keineswegs als Manko. Die uns an seiner Stelle führende Kammerzofe war offensichtlich bestens über die Geschichte, aber auch über die Geschichten des Schlosses und seiner Bewohner informiert und verstand es, uns diese Kenntnis auf humorvolle Art zu vermitteln.
Die Besichtigung endete im Spiegelsaal, der, dem Anlass entsprechend, festlich für uns eingedeckt war. Schnell waren die Plätze von der erwartungsfrohen rotarischen Festgemeinde eingenommen, denn nun sollte ja der offizielle Teil beginnen. Dem war aber nicht so. In einem dramaturgischen Überraschungscoup, komplimentierte Noch-Präsident Bertram die Gäste noch einmal ins Freie, wo sie sich in Erwartung des da Kommenden sammeln sollten.

Er selbst, angetan mit der Präsidentenkette als Insignium der nun bald entschwindenden Amtswürde, wandelte erkennbar lustvoll durch die weitläufige Parkanlage. Im weißen Sommeranzug und Panamahut, zur Rechten und zur Linken von je einer schönen Frau flankiert, sah er dem Great Gatsby zum Verwechseln ähnlich – und fühlte sich wohl dabei.

Erst der Ordnungsruf von Incoming President Fleischer, der sich zunehmend um seine Programmplanung sorgte, beendete diesen romantischen Exkurs. Die Festgemeinde versammelte sich wieder im Spiegelsaal zur offiziellen Amtsübergabe.

Präsident Bertram charakterisierte in seinem Rückblick das rotarische Jahr 2005/06 als „Jahr der Selbstbesinnung“ für unseren Görlitzer Club. Zwar hätten wir mit vier Austritten einen schmerzlichen Mitgliederverlust erlitten. Die damit verbundenen Diskussionen hätten aber bei vielen Freunden ihre Bindung an Rotary verstärkt oder zumindest geklärt. Dies sei eine gute Basis für die Gestaltung der Zukunft unseres Clubs.

Der RC Görlitz sei in seinem Amtsjahr 75 Jahre alt geworden. Wegen der langen Jahre der Inaktivität zwischen Selbstauflösung und Wiedergründung, sei es aber nicht angemessen gewesen, dieses Jubiläum zu feiern .Vergessen wurde es aber nicht, wie die von Governor Fritz anlässlich des PET-Seminars überreichte Urkunde beweist.

Das von unserem Club ausgerichtete PET-Seminar war sicher das ehrgeizigste Projekt im abgelaufenen Jahr. Mit mehr als 200 Gästen, die sich erkennbar wohl bei uns fühlten und das gebotene Programm freudig genossen, kann die Veranstaltung als großer Erfolg – auch für die Stadt Görlitz - angesehen werden. Im Distrikt 1880 ist unser Club seitdem eine feste Größe.

Als Dank für die ihm in seinem Präsidentenjahr gewährte Unterstützung ehrte Präsident Bertram eine Reihe von Freunden mit wohlgesetzten Worten und – statt Orden – mit steinalten mineralischen Unikaten. Den dazugehörigen Damen wurde jeweils mit bunten Blumensträußen gedankt.

Mit der Übergabe der Amtskette an den neuen Präsidenten, Johannes Fleischer, endete die Ära Bertram und das Auditorium erschauderte unter der Ankündigung einer einstündigen Festrede seines Nachfolgers.

Aus schwer nachzuvollziehenden Gründen setzte Präsident Fleischer diese finstere Absicht aber dann doch nicht in die Tat um. Nur ein kurzer programmatischer Abriss für das neue rotarische Jahr war ihm zu entlocken. Demnach sollen die Schwerpunkte seiner Amtszeit auf der Pflege der Freundschaft, die Gewinnung neuer Mitglieder und die Öffnung des Clubs für Frauen liegen. Hiergegen gab es keine erkennbaren Einsprüche – nicht einmal von dem in Frauenfragen bekannt störrischen Freund Derks.

Der offizielle Teil war damit vorbei. Die Festgemeinde konnte sich dem Wohlleben hingeben – und das nicht zu knapp. Schloss Rammenau erwies sich hierfür als ideale Adresse – mit wunderschöner Atmosphäre, exzellenter Küche und perfektem Service.

Nach dem Menu sorgte eine Führung durch den nächtlichen Park zumindest symbolisch für Kalorieneindämmung – allerdings nur vorübergehend. Denn nach der Rückkehr wartete als krönender Abschluss noch eine bengalisch illuminierte Eisbombe.

Um 23 Uhr war das schöne Fest zu Ende. Der Shuttle Service nach Görlitz stand pünktlich bereit.

Unseren Präsidenten Bertram und Fleischer sei für alles herzlich gedankt.

Rainer Müller
(Sekretär)